Auszug
Ovelgönne
Auszug aus der Ovelgönner Chronik von Manfred Wohlleben
..... Das Wirtschaftsleben Ovelgönnes baute dann rapide ab.
1829/30 wurde der Plan zur Pflasterung der Straße durch Ovelgönne erstellt. An dieser Straße lagen zwischen dem jetzigen Friedhof und der Bahnhofstraße 45 Gebäude. Es gab hier auch ein Armenhaus. Unter anderem wohnten an dieser Straße zwei Rechnungssteller, ein Secretair, 2 Advokaten, ein Kirchspielsvogt, ein Kaufmann, ein Schmied, ein Schlachter, ein Kaufmann, ein Pupillenschreiber (Pupille = Mündel/Pflegebefohlener), ein Sattler, ein Registrator.
Die schlechte wirtschaftliche Lage Ovelgönnes spiegelte sich z. B. 1855 darin wider, dass die Zahl der Personen, die von der Armenunterstützung, also auf Kosten der Allgemeinheit lebten, überdurchschnittlich hoch war. Dies waren 40 Einwohner oder reichlich 5 % der Bevölkerung, während im übrigen Herzogtum Oldenburg die Anzahl der Unterstützungsbedürftigen nur 0,9 % der Bevölkerung ausmachte.
Die Volksschule des Ortes war zweiklassig und hatte 1855 noch 132 Schüler. Pfarrwohnung ...........
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..... Landvogtswohnung ist ein Neubau von 1826/27.
Ein Zugang zur Baugeschichte des Landgerichts ergibt sich aus den Akten 1779, als dem Landgerichtssekretär Spark 50 Rt. dafür bewilligt wurden, dass er anlässlich einer Baumaßnahme im Landgerichtsgebäude die dortigen Akten auslagern musste. Genaue Angaben über den Umfang der Maßnahme lassen sich nicht machen. In dem Gutachten zu Sparks Antrag ist jedoch die Rede von der jüngst gewesenen so ansehnlichen und fast gänzlichen Reparation des hiesigen Gerichtshauses.
Nach Sparks Aussagen sind 17 große Kästen von ältesten Akten voll gepackt und eine Stube in dem hiesigen Schulhaus ganz vollgelegt gewesen. Diese Mengenangabe und die Tatsache, dass allein fünf Pfund Bindfaden verbraucht wurden, gibt einen Einblick in den Umfang der Gerichtsregistratur, deren Wachstum in der Folgezeit immer wieder den Anlass zu Bauvorschlägen und Ausbauten abgeben sollte. Für die Vergangenheit bemerkt das Schreiben hingegen, dass dieser Casus wieder 1670, da das hiesige Schloß abgebrochen und das Amtshaus aus den Materialien erbaut worden ... niemals eher als jüngst in einer beinahe 100jährigen Zeit existent gewesen. Man kann also davon ausgehen, dass der Bauzustand in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts noch die Verhältnisse der Entstehungszeit repräsentierte. Die von Spark benannte Reparatur ist auf das Jahr 1771 zu datieren. Davon zeugen auch die an der nördlichen Giebelseite befindlichen Maueranker, die dieselbe Jahreszahl und das C für Christian, den Namen des dänischen Königs darstellen.
Gerichtsschreiber waren im 18. Jahrhundert nicht die Schreibkräfte der Landgerichte diese nannten sich Kopiisten sondern häufig ausgebildete Juristen mit einer Schlüsselposition im Gerichtsalltag. Nur so ist die Geschäftigkeit des Gerichtschreibers Spark verständlich, der sich u. a. auch in die Gebäudegestaltung aktiv einschaltete. Mit Eintritt der jüngeren Linie des Hauses Holstein-Gottorp in die Herrschaft über die beiden Grafschaften und den im Zeichen des aufgeklärten Absolutismus wachsenden Verwaltungs- und Gerichtsaufwandes trat das Problem des Raummangels auch in Ovelgönne immer stärker in den Vordergrund.
Bereits zu Ende der dänischen Zeit (1771) hatte das Gericht aus 9 Personen die Advokaten nicht gerechnet bestanden: Dem Landvogt, drei Assessoren (davon einer als Gerichtsschreiber), dem Pupillenschreiber, dem Pedellen und drei Kopiisten. Als Zeichen der wachsenden Aufgaben wurde dann 1755 die Aufteilung der Sekretariatsgeschäfte auf zwei Personen genehmigt, und ......